NRR
Vom Non-Responder zum Responder – Anwendungsüberprüfung eines Prädiktionsmodells und Intervention bei Patient*innen mit koronarer Herzerkrankung.
Förderung
Deutsche Rentenversicherung Westfalen
Projektteam
Prof. Dr. F. C. Mooren, Wiss. Mitarbeiter: Prof. Dr. Dr. Boris Schmitz
Laufzeit des Projekts
01.01.2026 - 31.12.2028
Hintergrund und Zielsetzung
In der kardialen Rehabilitation wird über die gezielte Verminderung kardiovaskulärer Risikofaktoren hinaus eine langsamere Progression und ggf. eine Stabilisierung des Krankheitsverlaufs erreicht. Vor allem die Sport- und Bewegungstherapie spielt hierbei für den Rehabilitationserfolg eine bedeutende Rolle. Es ist jedoch bekannt, dass ein wesentlicher Teil der Patient*innen, welche an kardialen Rehabilitationsmaßnahmen teilnehmen, nicht bzw. nicht im vollen Umfang von der Therapie profitieren. Im Rahmen der klinischen Forschung an der Klinik Königsfeld ist es uns gelungen, KHK-Patient*innen mit einer ungünstigen Prognose im Sinne der ausbleibenden Leistungssteigerung bereits zu Beginn der Rehabilitation zu identifizieren. Diese „Non-Responder“ zeichnen sich durch eine fehlende Anpassungsreaktion auf körperliches Training im Rahmen der stationären Rehabilitation aus. Ein von uns entwickeltes Prognosemodell basierend unter anderem auf hämodynamischen Parametern und Daten aus der Ergospirometrie ermöglicht die Klassifizierung bei Aufnahme. Derzeit ist unklar, ob eine Anpassung des Trainingsplans der als „Non-Responder“ klassifizierten Patient*innen zur Verbesserung der Rehabilitation beitragen kann. Ziel der geplanten Untersuchungen ist es, das entwickelte Prognosemodell in einer randomisierten kontrollierten Interventionsstudie einzusetzen und zu prüfen, ob eine gezielte Anpassung des Trainingsplans der „Non-Responder“ den Rehabilitationserfolg verbessern kann. Wir nehmen an, dass eine Stratifizierung von Patient*innen zu Beginn der Rehabilitation mit anschließender spezifischer Anpassung des Trainingsprogramm bei potentiellen „Non-Respondern“ im Vergleich zur Standardtherapie zu einer Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei KHK-Patient*innen führt.
Methoden
Die Studie wird als randomisierte kontrollierte Studie (RCT) monozentrisch an der Klinik Königsfeld durchgeführt. Die Teilnehmenden werden zu Beginn der Rehabilitation, kurz vor der Entlassung und sechs Monate später umfassend untersucht. Dabei werden unter anderem die körperliche Leistungsfähigkeit, die Herz- und Gefäßfunktion, die Körperzusammensetzung, Blutwerte sowie Lebensqualität, Erschöpfung und Arbeitsfähigkeit erfasst. Während der Rehabilitation werden außerdem alle Trainingseinheiten, die Herzfrequenz, die Belastungsstärke und mögliche Beschwerden dokumentiert. Mithilfe eines Computerprogramms wird eingeschätzt, bei welchen Personen das übliche Training voraussichtlich nicht ausreichend wirkt. Diese Personen werden zufällig entweder einem intensiven Intervalltraining oder dem üblichen gleichmäßigen Ausdauertraining zugeteilt, während die übrigen Teilnehmenden die Standardbehandlung erhalten. Untersucht wird vor allem, ob das Intervalltraining die maximale Sauerstoffaufnahme und damit die körperliche Leistungsfähigkeit stärker verbessert und ob mögliche Effekte auch nach sechs Monaten noch bestehen.
Zu erwartende Ergebnisse und Umsetzungsrelevanz
Wir erwarten, dass sich mithilfe des angepassten Trainingsprogrammes die Anzahl der „Non-Responder“ unter den KHK-Patient*innen wesentlich reduzieren lässt. Sollte es wie beschrieben gelingen, Patient*innen mit einem „Non-Responder“-Profil bereits zu Beginn der Rehabilitation zu identifizieren und mittels Anpassung der Trainingsintervention (Sport- und Bewegungstherapie) die Steigerung der individuellen körperlichen Leistungsfähigkeit signifikant zu verbessern, kann der Nutzen des Projektes als sehr hoch angenommen werden. Als Konsequenz könnte im Anschluss ein Programm zur Stratifizierung der Patient*Innen implementiert werden, welches künftig in der Rehabilitation im Rahmen der personalisierten Medizin eingesetzt werden kann.
Literatur
Schäfer H, Tsakanikas V, Garbsch R, Kotewitsch M, Teschler M, Gatsios D, Fotiadis DI, Mooren FC, Schmitz B. A machine learning approach predicts improvement of physical exercise capacity based on pulse wave analysis in coronary artery disease patients. J Sport Health Sci. 2026 May 5:101144. doi: 10.1016/j.jshs.2026.101144.
Schlagwörter
Kardiale Rehabilitation; körperliche Fitness; Vorhersagemodell; maßgeschneiderte Interventionen; Trainingsreaktion.
Kontakt
Prof. Dr. Boris Schmitz, Holthauser Talstraße 2, 58256 Ennepetal
Tel.: 02333 9888-153, e-Mail: boris.schmitz@uni-wh.de
