GUTmind
Hybrides psychotherapeutisches Konzept für Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Entwicklung und Evaluation des strukturierten GUTmind-Programms.
Förderung
Deutsche Rentenversicherung Westfalen
Projektteam
Dr. Harald Fischer, Rosemarie Hillebrand, Annalena Scholz, Corinna Klassen
Laufzeit des Projekts
01.07.2026 - 30.09.2029
Hintergrund und Problemstellung
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa belasten Betroffene körperlich wie psychisch stark. Sie führen häufig zu frühzeitiger Erwerbsunfähigkeit. Begünstigt durch die bidirektionale Darm-Hirn-Achse sowie die vielfältige körperliche Symptomatik treten zudem psychische Komorbiditäten überdurchschnittlich häufig auf. Bis zu einem Drittel der Betroffenen leidet unter Angstsymptomen, rund ein Viertel unter depressiven Symptomen.
Kognitiv-verhaltenstherapeutische und achtsamkeitsbasierte Ansätze können die Lebensqualität nachweislich verbessern und das Stressempfinden senken, was wiederum die Entzündungsaktivität positiv beeinflusst. Während für den ambulanten Bereich fundierte Erkenntnisse vorliegen, fehlt es im stationären Rehabilitationssektor bislang an systematisch evaluierten, differenzierten Therapieprogrammen.
Studienziel
Das Forschungsprojekt schließt diese Versorgungslücke. Gemeinsam mit den Rehabilitanden/-innen wird ermittelt, wie eine moderne, individuelle Unterstützung für CED-Betroffene aussehen muss. Das Ziel ist es, gesundheitsfördernde Alltagsveränderungen zu festigen, Schubauslöser zu erkennen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie das seelische Wohlbefinden nachhaltig zu stabilisieren.
Methoden und digitale Unterstützung
Basierend auf Erkenntnissen vorausgegangener Untersuchungen bei chronischen Erkrankungen (Diabetes mellitus oder Adipositas) und unserer laufenden Nachsorgestudie (RoReNa+) wurden zwei Programme entwickelt, die sich in Art, Umfang und Dauer unterscheiden. Sie werden in der Studie vergleichend untersucht, um zukünftig bedarfsgerechte Angebote für die Regelversorgung zu etablieren. Ein fester Baustein beider Programme ist die digitale Unterstützung über eine Webseite und eine App (eine sogenannte Progressive Web App, kurz PWA):
• Webseite: Bietet Wissens- und Schulungsmodule zur Indikation CED sowie ein digitales Tagebuch (RORENASPlus) zum Selbstmonitoring von Gesundheitsdaten.
• App (RORENASPlus): Ermöglicht ein schnelles, alltagsoptimiertes Selbstmonitoring und liefert eine Übersicht über den Krankheitsverlauf.
Erwartete Ergebnisse und Ausblick
Es wird erwartet, dass das hybride Konzept – bestehend aus Face-to-Face-Interventionen und digitalen Tools – die gesundheitsbezogene Lebensqualität stabilisiert und das seelische Wohlbefinden der Betroffenen verbessert. Webseite und App fungieren hierbei als begleitende Unterstützung, die die therapeutischen Präsenzinhalte im Hintergrund flankiert. Diese Verknüpfung verspricht eine hohe Adhärenz und erleichtert den dauerhaften Transfer der Behandlungserfolge in den Alltag.
Die Evaluation dieser differenzierten Ansätze leistet einen wesentlichen Beitrag zur zukünftigen CED-Therapie. Das Vorhaben dient als Modell für eine zeitgemäße, digital gestützte Rehabilitationsmedizin, die sich eng am tatsächlichen Versorgungsbedarf der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden orientiert.
Projektstatus
laufend
Kontakt
Dipl.-Psych. Rosemarie Hillebrand
Institut für Rehabilitationsforschung Norderney (IfR), Abteilung Bad Driburg
Hinter dem Rosenberge 1, 33014 Bad Driburg
Tel.: 05253 970-106, e-Mail: ifr.bad-driburg@ifr-norderney.de
