Berufliche Reintegration aus der Perspektive der Patienten – Mehrfallstudie zur Charakterisierung der Schnittstellen und Rollen der Akteure im Übergang von medizinischer Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung (RePaRo)

 

Projektnummer VFR15004
Projekttitel Berufliche Reintegration aus der Perspektive der Patienten – Mehrfallstudie zur Charakterisierung der Schnittstellen und Rollen der Akteure im Übergang von medizinischer Rehabilitation und beruflicher Wiedereingliederung (RePaRo)
Projektleiter Dr. B. Leibbrand
Projektmitarbeiter P. Preßmann
Institution IfR Norderney, Abt. Bad Salzuflen
Projektbeginn 01.09.2016
Projektende 31.08.2018
Kontaktanschrift IfR Norderney, Abt. Bad Salzuflen
Kontakt E-Mail pressmann@ifr-norderney.de
Homepage www.ifr-norderney.de
Kooperanden Salzetalklinik, Klinik am Lietholz, Prof. Dr. Thorsten Meyer (Medizinische Hochschule Hannover)
Förderer DRV Westfalen
Assoziierung
Registrierung
Ziele
In der medizinischen Rehabilitation sind Schnittstellenprobleme eine seit mehr als 20 Jahren wahrgenommene und beschriebene Anforderung. Kommunikations- und Kooperationsprobleme, Informationsdefizite und mangelnde Transparenz beschäftigen die beteiligten Akteure. Das heterogene Feld der Beteiligten setzt sich aus Rehabilitationsklinik, Arbeitgebern bzw. Betrieben, Werks- und Betriebsärzten, Hausärzten, Fachärzten, Sozialversicherungsträgern, Berufsförderungswerken, Integrationsfachdiensten uvm. zusammen. Sie alle beschäftigen sich mit der beruflichen Integration von Menschen mit besonderen beruflichen Problemlagen bzw. beruflichen Wiedereingliederungsproblematiken. Zur Überwindung der Schnittstellenprobleme werden seitens der Akteure vielfältige Anstrengungen unternommen. Nicht zuletzt durch Konzepte wie die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation oder RehaFutur rückt der Patient als die Hauptperson im Rehabilitationsprozess stärker in den Fokus: Diese Konzepte orientieren sich am
individuellen Bedarf und den Bedürfnissen der Betroffenen, um sie optimal in den
Rehabilitationsprozess einzubinden. Case Management und Beratungsleistungen sollen die Angebotspalette u. a. erweitern. Maßnahmen können jedoch nur adäquat greifen, wenn sie die Patientenperspektive, d. h. die Wahrnehmung und das Erleben, Vorstellungen, Wünsche und Möglichkeiten sowie das vorhandene Wissen der Patienten suffizient mit einbeziehen.
Entsprechende Forschungsprojekte zur Beschreibung der Beschaffenheit der Schnittstelle im Übergang von Rehabilitation und Reintegration sowie der tatsächlichen, praxisrelevanten Rollen aller beteiligten Akteure (und nicht deren theoretische Potenziale) unter Berücksichtigung der Patientenbedürfnisse existieren nicht.

Das vorliegende Forschungsvorhaben rückt daher den Patienten ins Zentrum des Interesses. Davon ausgehend werden in einem qualitativen Studiendesign mittels einer integrierten Mehrfallstudie Daten aus mehreren Zugängen im Längsschnitt generiert und analysiert: Neben Patienteninterviews zu verschiedenen Messzeitpunkten finden teilnehmende Beobachtungen während des stationären
Rehabilitationsaufenthaltes im Rahmen der Sozialberatungen sowie des ärztlichen
Entlassungsgesprächs statt. Weitere Interviews werden mit allen poststationär an der beruflichen Wiedereingliederung beteiligten Akteuren geführt. Datensammlung, Analyse, Kodierung, Kategorienbildung, Sampling, Hypothesen- und Theorieentwicklung laufen dabei in einem iterativzirkulären Prozess ab und werden daher mit Hilfe der Grounded Theory ausgewertet.

Durch dieses innovative Vorgehen wird erstmals die Schnittstellenproblematik aus der Patientenperspektive beleuchtet. Alle tatsächlich an der Wiedereingliederung beteiligten Akteure und deren Rollen für die berufliche Integration können charakterisiert und Förderfaktoren sowie Barrieren identifiziert werden. Auf dieser Grundlage lassen sich Empfehlungen für individuelle und passgenaue Beratungs- und Unterstützungsleistungen im Rahmen von Nachsorge und beruflicher
Wiedereingliederung ableiten.
Publikationen
Letzte Änderung 28.11.2017

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