Optimierung der pflegerischen Patientenkontakte - Training zur Kommunikation und Gesprächsführung in schwierigen Situationen (OptiPPar II)

 

Projektnummer IFR09008
Projekttitel Optimierung der pflegerischen Patientenkontakte - Training zur Kommunikation und Gesprächsführung in schwierigen Situationen (OptiPPar II)
Projektleiter Prof. Dr. med., Dipl. oec. Bernhard Greitemann
Projektmitarbeiter Dr. Susanne DibbeltEdith Christina Wulfert
Institution Institut für Rehabilitationsforschung an der Klinik Münsterland
Projektbeginn 00.00.0001
Projektende 00.00.0006
Kontaktanschrift Auf der Stöwwe 11; 49214 Bad Rothenfelde
Kontakt E-Mail greitemann@klinik-muensterland.de
Homepage
Kooperanden
Förderer VFR
Assoziierung
Registrierung
Ziele
Hintergrund:
Die Pflege ist ein zentraler Faktor der stationären Rehabilitation, der aufgrund der Schnittstellenfunktion große Bedeutung für den Reha-Erfolg und die Patientenzufriedenheit hat. Für die Patienten ist die Pflege erste Anlaufstelle, wichtige Instanz der Information, der Wissensvermittlung und der Unterstützung im Umgang mit Krankheit und Einschränkungen. Auch als Schnittstelle zwischen den Berufsgruppen des Reha-Teams kommt dem Pflegepersonal nach Ergebnissen unseres ersten Studienabschnittes eine wichtige Funktion zu, die gute kommunikative Fertigkeiten erfordert. Trotzdem erhalten Pflegende nach wie vor zu wenig oder häufig gar keine systematische und praktische Ausbildung in Kommunikation. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Optippar II“ soll daher ein bedarfgerechtes Interaktionstraining mit Pflegenden durchgeführt und evaluiert werden.

Forschungsfragen:
(1) Die erste Forschungsfrage befasst sich mit der Wirksamkeit des Trainings im Hinblick auf Zielgrößen wie die selbst geschätzte kommunikative Kompetenz und durch Patienten und Pflegende beurteilte Interaktionsqualität, die durch das Training positiv beeinflusst werden sollen. (2) Eine zweite Forschungsfrage betrifft den Zusammenhang zwischen der Qualität der Pflege-Patienten-Interaktion und langfristigen Reha-Ergebnissen: Gibt es einen vergleichbar positiven Zusammenhang, wie er z.B. in der P.A.INT-Studie für die Arzt-Patienteninteraktion gezeigt werden konnte?

Methode:
Das Interaktionstraining ist als zweitägiges Inhouse Training geplant; es sollen alle fest angestellten Pflegekräfte einbezogen werden. Die Evaluationsstudie sieht eine 1. Erhebung mit je 120 Patienten vor und eine 2. Erhebung mit 120 Patienten nach dem Training, insgesamt also 240 Patienten pro Klinik vor. Jeweils 120 Patienten (pro Klinik) bewerten die pflegerischen Aufnahme- und (wenn sie geführt werden) Entlassgespräche mit allen (fest angestellten) Pflegekräften einer Klinik. Die Patienten werden außerdem zu Beginn ihres Aufenthalts, bei Entlassung und sechs Monate nach Entlassung mithilfe des IRES 3 zu ihrem aktuellem Gesundheitsstatus befragt. Jeweils drei von sechs Kooperationskliniken werden im Sinne einer Clusterrandomisierung zufällig der Kontroll- bzw. der Studienbedingung zugewiesen.

Hypothesen und Messinstrumente:
Folgende Hypothesen werden formuliert: (1) Das Interaktionstraining verbessert die kommunikativen Fertigkeiten von Pflegenden im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die (noch) kein Training erhalten hat. Dieses äußert sich in einer besseren (Selbst-)Einschätzung der kommunikativen Kompetenz und Interaktionsqualität durch die Pflegenden nach dem Training im Vergleich zur Bewertung vor dem Training und im Vergleich zur Bewertung der Kontrollgruppe zu den analogen Zeitpunkten. (2) Die Interaktionsqualität in den Pflege-Patient-Gesprächen (gemessen mit dem adaptierten P.A.INT-Fragebogen; Dibbelt) den Patienten, die nach einem Interaktionstraining des Pflegepersonals zur Rehabilitation kommen, besser bewertet als von Patienten, die vor dem Training der Pflegenden zur Rehabilitation gekommen sind. Unter Kontrollbedingungen, also in Kliniken, in denen kein Training zwischen den beiden Erhebungszeitpunkten stattgefunden hat, sollte sich die Bewertung der Interaktionsqualität nicht unterscheiden. (3) Die Qualität der Interaktion zwischen Pflege und Patienten korreliert positiv mit dem Ausmaß erwünschter Behandlungsergebnisse bei Entlassung sowie sechs Monate nach Entlassung. Die Behandlungsergebnisse werden als Effektgrößen der mit dem IRES 3 (Indikatoren des Reha-Status; Bührlen et al., 2005) erfassten Gesundheitsmaße definiert. Sie ergeben sich aus der Differenz der IRES-Skalenwerte für die somatische, funktionale und psychosoziale Gesundheit zwischen Aufnahme und Entlassung (kurzfristig) bzw. zwischen Aufnahme und der Katamnese sechs Monate nach Entlassung (langfristig).
Publikationen
Letzte Änderung 31.03.2015

zurück

© 2019